LVR-Projekt Kindheitswiesen

Hintergrund

malva-moschata-marienkaefer-37-buesdorf-11-9-06.jpg Moschus-Malve mit Marienkäfer Das Gesicht der bäuerlichen Kulturlandschaft hat sich in den letzten 50 Jahren drastisch verändert. Der damit verbundene Rückgang  von Struktur- und Artenvielfalt ist im Tiefland mit seinen fruchtbaren Böden – wie dem Rhein-Erft-Kreis – besonders stark und vor allem Wiesen und Weiden mit ihren typischen Arten sind dramatisch im Rückgang. Bundesweit sind die Flachland-Mähwiesen vom Aussterben bedroht, ihr Erhaltungszustand schlecht und die Zukunftsprognose ungünstig.

Seit etlichen Jahren  sind die Gewässerverbände und insbesondere der Rhein-Erft-Kreis bemüht, Wiesen und Weiden zu sichern und wieder herzustellen. Ausgedehnte Bereiche wurden nach jahrelanger Ackernutzung wieder in Grünland überführt, aber trotz langjähriger extensiver Nutzung kehrten die Wiesenblumen und deren tierische Nutzer nicht zurück. Nach Jahren der ackerbaulichen Nutzung waren keine Samen mehr im Boden, aber auch im Umfeld keine typischen Wiesenkräuter mehr vorhanden. Daher war auch ein Einwandern nicht mehr möglich. Bunte Wiesen, wie viele Menschen sie noch aus der Kindheit kennen, waren damit weitgehend verschwunden und nicht ohne Weiteres wieder herstellbar.

Das Projekt

margeritenstreifen.jpg Einsaatstreifen mit blühender Margerite Hier setzt das durch den Landschafts-verband Rheinland (LVR) geförderte Projekt „Kindheitswiesen: Einsaat von Initialflächen zur Wiederherstellung artenreicher Wiesen im Rheinland“ an. Es ist ein Kooperationsprojekt mit sechs weiteren Biostationen im Rheinland, den zuständigen Kreisbehörden und ortsansässigen Landwirten.

In artenarmem Grünland werden Initial-Quadrate oder -streifen gefräst und mit Wiesenkräutern von Hand eingesät. Die Projektflächen liegen vornehmlich in den Auen, vereinzelt aber auch in eher nährstoffarmen, trockenen Lössgebieten. Auf eine Projektfläche von 1 ha kommen im Schnitt 750 qm Initialfläche. Von den Initialflächen ausgehend sollen sich die Kräuter dann in die Wiesen ausbreiten. Aus juristischen wie naturschutzfachlichen Gründen kommt für solche Maßnahmen nur zertifiziertes,  streng  autochthones Saatgut in Frage. Das von uns verwendete autochthone Kräutersaatgut  stammt aus unserer eigenen Vermehrung, die großenteils über das vorbereitende, ebenfalls vom LVR geförderte Pilotprojekt „RegioSaatGut“ realisiert wurde.

Zwischen 2012 und 2014 konnten wir mehr als 40 ha Projektflächen im Kreisgebiet impfen. Die kommenden Jahre werden wir vor allem der Erfolgskontrolle und Öffentlichkeitsarbeit widmen.

 

 

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