Obstwiesen-Renaissance rund um die Ville

Hintergrund

streuobst-aepfel2-klein.jpg Streuobst Streuobstwiesen bestehen typischerweise aus Hochstamm-Obstbäumen unterschiedlichen Alters mit breitem Kronendach, die in (un-)regelmäßigen Abständen auf Wiesenflächen wachsen. Das Grünland wird dabei als Mähwiese oder Viehweide genutzt. Durch extensive Bewirtschaftung mit Verzicht auf Pestizide und Mineraldünger sowie Obstsorten/ -artenvielfalt wird ein Biotop geschaffen, das eine Vielzahl an Lebewesen beherbergt. Einst als Grüngürtel in Ortsrandlage zum Erwerb oder Selbstversorgen vielfach angelegt, muss seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts von einem Rückgang um 80 % ausgegangen werden. Auch in Folge mangelnder Rentabilität, landwirtschaftlichem Strukturwandel und wachsender Wohnraumerschließung ist dieser Biotoptyp stark gefährdet. Die Erkennung der ökologischen, kulturhistorischen und landschaftsästhetischen Bedeutung führte dazu, dass Streuobstbestände seit den 1980-er Jahren geschützt und gefördert werden. So hat auch das Land Nordrhein-Westfalen Initiative ergriffen und Schutzprojekte in Städten und Landkreisen ermöglicht.

Junger Steinkauz Junger Steinkauz Projektbeschreibung

Gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland LVR erarbeitet die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis ein Schutz- und Pflegemaßnahmenkonzept der Streuobstbestände. Auf Grundlage von Luftbildauswertung sowie Diplomarbeiten aus den 1990-er Jahren erfassen und bewerten wir im Raum Bonn sowie dem Rhein-Sieg- und Rhein-Erft-Kreis Streuobstwiesen und das Vorkommen des Steinkauzes. Diese bedrohte einheimische Eulenart ist charakteristisch für diesen Lebensraum und dient daher als Zeigerart wertvoller Flächen. Durch Maßnahmen wie Nachpflanzungen, Pflegeschnitte und Nisthilfen sollen Pflanzen und Tiere gleichermaßen geschützt und unterstützt werden.
Über die Eingabe in das digitale Kultur- und Landschafts-Informationssystem (KuLaDig) machen wir die Ergebnisse und Maßnahmenplanung der Öffentlichkeit zugänglich. In Form von Pressemitteilungen und Veranstaltungen wollen wir Sympathie wecken und Mithilfe eines breiteren Publikums geweckt werden. Aktuelle Veranstaltungen finden Sie in unserem Programm (pdf, ca. 3 MB).

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Starthilfe für Ihre Fläche

Wenn auch Sie Interesse haben, Ihre Streuobstwiese regelmäßig zu pflegen und damit zum Biotopschutz beitragen möchten, können wir Starthilfe in Form von Pflegeschnitten und Wiesenmahd geben. Fachwissen über Obstbaumschnitt, -sorten und –arten können Sie durch Kurse und Literatur vertiefen. Infos für unser Region finden Sie z.B. bei Natürlich Streuobst.