Kommunaler Insektenschutz

Zum Projekt 

Im Jahr 2020 wurde von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft das vom Rhein-Erft-Kreis finanzierte Projekt „Unterstützung kommunaler Insektenschutzmaßnahmen“ begonnen, das vor allem durch das Engagement von Politik und Verwaltung realisiert werden konnte. Hintergrund ist der starke Rückgang vieler Insektenarten und der Insektenbiomasse, der auch im Rhein-Erft-Kreis sowohl in städtischen als auch ländlichen Bereichen zu beobachten ist. Ziel des Projektes ist, Kommunen und Bürger*innen des Rhein-Erft-Kreises bei der Planung und Umsetzung von Fördermaßnahmen für Insekten zu beraten und zu unterstützen. 

Wer Fragen, Beratungsbedarf oder Anregungen zum Thema Insektenschutz im Rhein-Erft-Kreis hat, kann sich an den unten stehenden Kontakt wenden. 

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Projekthintergrund

Das seit einigen Jahren diskutierte Thema des Insektensterbens ist nach wie vor aktuell und wird auch in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für den Natur- und Artenschutz sein. Mehr als 40 % der Insektenarten auf der Roten Liste haben einen langfristig rückläufigen Bestandstrend (Ries et al., 2019). Viele aktuelle Studien untermauern den schon lange bekannten dramatischen Rückgang von Insekten in verschied lycaena_phlaeas_2_20210719_munidepot_cropped_0.jpg enen Lebensräumen - sowohl in Deutschland als auch in Europa (Hallman et al., 2017; Wynhoff et al. 2021). Angestoßen durch die bekannte „Krefelder Studie“ ist das Thema auf den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und politischen Ebenen angelangt.

Insekten und andere Gliederfüßer sind ein unverzichtbarer Teil einer funktionierenden und im Gleichgewicht stehenden Umwelt. Viele Arten sind wichtige Bestäuber unserer Wild- und Kulturpflanzen. Ohne sie ist die Produktion von ausreichenden Mengen an Obst- und Gemüse nicht mehr möglich, da mehr als 75 % der weltweit angebauten Nahrungspflanzen in Qualität oder Ertrag von Insekten beeinflusst werden (IPBES, 2016). Daneben sorgen sie als Zersetzer für einen ausgewogenen Stoffkreislauf in unseren Ökosystemen, indem sie z.B. totes Pflanzenmaterial konsumieren und für andere Organismen verwertbar machen. Zusätzlich stellen sie selbst die Nahrungsgrundlage vieler weiterer Tiergruppen, wie Vögel oder Amphibien dar und sind somit die Basis für einen erfolgreichen Artenschutz. Nicht zuletzt sind viele Insekten wichtig für die biologische Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft.

Kontakt 

Nick Krahnen 

E-Mail: n.krahnen@biostation-bonn-rheinerft.de

Mobil: 01575 1173093