Schottergarten - Was tun?

Was ist die Initiative für mehr Artenvielfalt?
Die Initiative für mehr Artenvielfalt im Rhein-Erft-Kreis (Kurz: INAV) ist seit 2019 ein kooperativer Zusammenschluss aller Kreiskommunen, des Rhein-Erft-Kreises und der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft. Die Initiative hat sich die Förderung der Biodiversität und insbesondere den Schutz von Insekten im inner- und außerstädtischen Raum zum Ziel gesetzt.

rek_inav_faltblatt_final_screen-1-1.jpg Schottergarten - Was tun?

Im Rahmen von INAV ist nun der Flyer „Schottergarten – Was tun?“ erschienen, der einfache und praktische Tipps für die ökologische Aufwertung von Schottergärten mit Pflanzvorschlägen aus überwiegend heimischen und insektenfreundlichen Pflanzen gibt. Hier können Sie die gemeinsame Pressemitteilung lesen. 

Der Flyer kann hier heruntergeladen werden!

In drei verschiedenen Versionen (S, M und L) werden jeweils 10 Pflanzen vorgeschlagen, die sich für sonnige bis (halb-)schattige Standorte eignen. Damit endet die lange Liste weiterer insektenfreundlicher und heimischer Pflanzen selbstverständlich noch nicht! Aus diesem Grund finden Sie nachfolgend noch weitere wertvolle Pflanzen und Tipps, mit denen Sie Ihren (Schotter-)Garten ökologisch wertvoll aufwerten können. In den nachstehenden Klammern finden Sie die Angaben für welche der drei Varianten sich diese Pflanzenarten eigenen.

 

Pflanzen für überwiegend sonnige Standorte:

Moschus-Malve (Malva moschata) (L)
Blutweiderich (Lythrum salicaria) (L)
Hornklee (Lotus corniculatus) (L)
Gemeines Leimkraut (Silene vulgaris) (M, L)
Steinklee (Melilotus officinalis) (L)
Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis) (L)
Weiße Lichtnelke (Silene latifolia) (L)
Heilziest (Betonica officinalis) (L) Heil-Ziest Heilziest
Echte Katzenminze (Nepeta cataria) (L)
Fingerhut (Digitalis purpurea) (S, L)
Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) (L)
Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria) (M, L)
Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata) (S, L)
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) (L)
Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) (L)
Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) (L)
Teufelsabbiss (Succisa pratensis) (L)
Echtes Labkraut (Galium verum) (M, L)
Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) (L)
Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) (L)
Wilde Malve (Malva sylvestris) (S, L)
Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) (L)
Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella) (M, L)
Tüpfel-Hartheu (Hypericum perforatum) (L)
Rainfarn (Tanacetum vulgare) (L)
Rot-Klee (Trifolium pratense) (L)
Dornige Hauhechel (Ononis spinosa) (M, L)
Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) (L)
Wilde Karde (Dipsacus fullonum) (L)
Natternkopf (Echium vulgare) (M, L)
Rote Lichtnelke (Silene dioica) (L)

Pflanzen für überwiegend halbschattige, schattige Standorte:

Akelei (Aquilegia vulgaris) (M, L)
Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) (L)
Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) (L)
Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia) (S, L)
Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea) (M, L)
Salomonsiegel (Polygonatum multiflorum) (L)
Leberblümchen (Hepatica nobilis) (L)
Pfennig-Gilbweiderich (Lysimachia nummularia) (M, L)
Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium) (S, L)
Breitblättrige Glockenblume (Campanula latifolia) (L)
Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) (S, L)
Große Sternmiere (Rabelera holostea) (L)

campanula_persicifolia_03-06-2022_bonnbalkon_cropped.jpg Pfirsichblättrige Glockenblume

Weitere Tipps für einen insektenfreundlichen Garten:

• Unterschiedliche Ansprüche verschiedener Insektenarten vor Augen halten

  • Es sollten Nahrungsquellen, Niststätten und Überwinterungshabitate in ausreichender zeitlicher und räumlicher Verfügbarkeit zur Verfügung stehen. Das heißt das ganze Jahr sollte der Garten einen Blühaspekt zeigen, um sowohl früh- als auch spätfliegende Insekten zu unterstützen. Das Gleiche gilt für das Angebot von Niststätten und Baumaterial. 

• Bunte Vielfalt im Beet

  • Vor allem unter Wildbienen und Schmetterlingen gibt es teils enge Beziehungen mit einzelnen Pflanzenarten. Um möglichst breit viele Insekten im Garten zu unterstützen, sollte auf eine große Vielfalt verschiedener Pflanzenarten aus diversen Pflanzenfamilien geachtet werden. Auch hier gilt der Leitsatz: Biete Nahrung für das ganze Jahr! Im Garten sollten neben klassischen Frühblühern auch solche Pflanzenarten wachsen, die eine Blüte im Spätsommer haben. langgrasiger_bereich.jpg

• Totholz, Steinhaufen und Co.

  • Der Garten ist ein guter Ort um Sonderstrukturen anzulegen. Viele Käferarten freuen sich über altes Totholz an dem sich Larven entwickeln. Auch Laub kann ein wichtiger Rückzugsort sein. Struktur sollte ebenso in horizontaler wie in vertikaler Ebene angeboten werden.

• Einfach mal wachsen lassen

  • Heuschrecken und Zikaden freuen sich besonders über eine langgrasige Wiese. Am besten wird der Rasen nur in Abschnitten gemäht, sodass Rückzugsräume bestehen bleiben. Auch über den Winter sollten langgrasige Bereiche erhalten bleiben, da diese von manchen Insektenarten als Überwinterungshabitat genutzt werden.